Weinstube zur Traube im Remstal

in Remshalden-Grunbach - östlich von Stuttgart gelegen

Weinstube zur Traube im Remstal

1996 verschlug es meine Frau und mich aus beruflichen Gründen vom badischen Kaiserstuhl in schwäbische Gefilde in das Remstal. In Remshalden-Grunbach fanden wir damals eine 4-Zimmer Mietwohnung. Bis die Einbauküche den neuen Räumlichkeiten angepaßt war, vergingen ein paar Wochen. In dieser Zeit waren wir häufig auf der Suche nach naheliegenden guten und kostengünstigen Restaurants. Ein paar 100 Meter weiter in einem Wohngebiet fanden wir auch die Weinstube zur Traube. Nach dem ersten Besuch stand gleich fest, daß dies unser Lieblingslokal werden würde.

Beim ersten Besuch war ich doch sehr erstaunt, als wir auf der schwäbischen Speisekarte badische Begriffe wie Sonnenwirbele (= Ackersalat, Feldsalat) laßen? Frisch aus dem badischen kommend, war ich wohl einer der wenigen Schwaben, die wußten was damit gemeint ist. Beim Nachfragen stellte sich dann heraus, das der Koch, Herr Arbogast aus dem badischen Offenburg stamme und seine Frau Sandra Hottmann in der Traube in Tonbach (Top-Restaurant in Deutschland) kennen gelernt hat. Sie sorgt für den Service in der Weinstube. Die meisten Gäste sind hier Stammgäste und man kennt sich nach wenigen Besuchen.

Die Küche ist bodenständige schwäbische Kost, welche meist mit badischer Klevernes verfeinert ist! Die sauren Kutteln im Trollingersößle sollte man unbedingt einmal probieren! Ein hervorragender Zwiebelrostbraten ist für jede schwäbische Wirtschaft Pflicht. An desen Qualität wird die Wirtschaft von den meisten Einheimischen eingestuft. Die Peitschenstecken sind vom Vater des Wirtspaares hausgemacht! Wer lieber etwas feinere Küche bevorzugt, dem wird auch hier Freude bereitet. Hier schmeckt man die Lehrjahre in einigen Spitzenküchen Deutschlands. Der Feldsalat an feinem Balsamessig mit Speck und Kracherle (badische Bezeichnung für Croutons) schmeckt feiner als in den meisten schwäbischen Wirtshäusern. Man schmeckt das hier frische Produkte verwendet werden und der Küchenchef die Schule von einigen Top-Restaurants durchlaufen hat. Je nach Saison gibt es wegen der Frische der Produkte eine wechselnde Speisekarte. Im Frühjahr findet man zahlreiche Spargelgerichte, im Herbst gibt es oft Wildgerichte und im Winter findet man Gänsegerichte auf der Karte. Täglich gibt es ein Gericht, welches nur solange der Vorrat reicht angeboten wird. Dies findet man nicht auf der Speisekarte, sondern auf einer Schiefertafel des Restaurants. Es wird aber vor dem bestellen immer auf diese Tagesspezialität hingewiesen. Im späten Winter/Anfang Frühjahr gibt es manchmal Zickleinbraten. Dieser ist ungemein lecker!

Für Freunde des vergorenen Rebensaftes gibt es eine sehr umfangreiche Weinkarte. Der Großteil der Weine kommen aus dem umliegenden Weinbergen des Remstales von vielen namhaften Winzern. Zur Ergänzung findet man einige Weine aus dem badischen, Italien und Frankreich.

Fazit: Da die Traube doch ziemlich versteckt im Ort Grunbach (in einem Wohngebiet) liegt, ist sie wohl erstaunlicherweise immer noch so etwas wie ein kleiner Geheimtipp?! Unter den Einheimischen ist die Güte der Weinstube bekannt und wird deswegen auch gerne besucht. Neben bodenständiger verfeinerter schwäbischer Küche gibt es auch feine Gerichte für höhere Ansprüche! Einen passenden Wein findet man in der regionel orientierten Weinkarte in jedem Fall. Wer eine traditionelle schwäbische Weinstube erleben möchte, in der mit badischer Raffinesse die Mahlzeiten verfeinert werden, sollte hier unbedingt einmal einkehren.

Hier geht es zur Homepage von der Weinstube zur Traube

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