Eitelsbacher Karthäuserhofberg - Riesling Spätlese

vom Weingut Karthäuserhof an der Ruwer in Deutschland

Eitelsbacher Karthäuserhofberg - Riesling Spätlese 2003

Bei den Weißweinen trinke ich zu einem guten Essen oder auch Solo, meist einen trockenen Wein. In seltenen Momenten gönne ich mir aber auch mal einen edelsüßen Wein, wie eine Beerenauslese, Ruster Ausbruch oder einen Sauternes. Eine liebliche Richtung konnte ich mir bisher selten als geschmackvoll vorstellen. Auf manch einer Weinprobe erschienen mir die meisten Weine dieser Art bisher eher als klebrig süße Substanz. Wenige Ausnahmen davon waren ein paar wenige restsüße Riesling Auslesen von der Nahe, welche mit einem tollen Frucht-Süße-Säure-Gleichgewicht glänzen konnten.

Da ich die Hoffnung auf neue Entdeckungen nicht aufgeben wollte, besorgte ich mir ein paar Flaschen einer Riesling Spätlese vom Karthäuserhof, welche mit einer ordentlichen Restsüße ausgestattet sein soll.

Das Weingut Karthäuserhof gibt es seit 1335! Es wurde damals vom Kurfürst Balduin zu Luxemburg an die Mönche geschenkt. Im Rahmen der Säkularisation kam das Weingut 1811 in den Besitz der Familie Tyrell. Seit der Übernahme durch Christoph Tyrell erfährt das traditionelle Weingut einen stetigen Qualitätsanstieg, welcher mit der Auszeichnung im Gault Millau seinen Höhepunkt findet. Das Weingut von der Ruwer wurde im Gault Millau 2005 zum Winzer des Jahres gewählt! Grund dafür ist der durchgehend hervorragend gelungene Jahrgang 2003. Die Spezialität sind Rieslingweine trocken, lieblich und fruchtsüß ausgebaut!

Die grüne schlanke 0,75l Flasche ist mit einem schlichtem, schlanken Etikett im oberen Flaschenbereich ausgestattet. Darauf findet man das Wappen des Weingutes und die wesentlichen Informationen über den Jahrgang, Prädikat, Alkoholgehalt und den Namen des Weingutes.

Nach dem entkorken der gekühlten Weinflasche habe ich den Wein in ein Riesling-Weinglas von Riedel eingeschenkt. Die spezielle Form (Tulpenform) des Glases soll die Duft und Geschmacksaromen der Rebsorte unterstreichen. Erstaunlicherweise führt dies tatsächlich zu einem erhöhten Geschmackserlebnis!

Schon beim betrachten des Weines ahnt man auf Grund des kräftigen goldgelben Farbtones, das sich hier etwas besonderes im Glase befindet. Nach ein paar gleichmäßgen Schwenkern des Glases wird dieser an die Nase geführt. Endlich kann man einen herrlich intensiven und reintönigen Pfirsichduft in der Nase erkennen! Ich frage mich ob sich im Glas wirklich Wein befindet? So intensiv erscheint mir dieser Duft! Um dies herauszufinden gibt es nur die Möglichkeit des ausprobierens. Gesagt getan, wird ein Schluck des goldgelben Rebensaftes auf die Zunge geführt. Durch gleichmäßiges hin- und herschmatzen wird der Wein im gesamten Mund und Rachenbereich verteilt. So werden auch alle Geschmacksnerven damit benetzt. Der intensive Pfirsichduft wird auch beim erschmecken im vollem Umfang intensiv bestätigt. Dazu gesellt sich eine leichte mineralische Säure welche dem Wein ein interessantes Gleichgewicht verschafft. Der lange Abgang läßt zum Ende hin schwarze Beeren erahnen und steigert den Genuß noch einmal.

Ein wirklich sehr gelungener Riesling mit ordentlicher Restüße welche durch eine starke Pfirsichfrucht mit leichter Säure harmonisch mundet. Mit den 9,5% Alkohol, ein Wein der auch sehr gut als Sommerwein, Aperetif, solo oder zu asiatischen Gerichten getrunken werden kann.

Preis: 12-13 für 0,75l (Stand: 2005)

Im Jahrgang 2003 gab es in Deutschland einen Sommer mit Rekordtemperaturen, viel Hitze und wenig Regen. Dies führt bei vielen Winzern zu ungewohnt schwierigen Verhältnissen, da viele Reben (besonder Weißweinsorten) unter Hitzestress leiden und dadurch an Qualität verloren haben. Das Ergebnis sind oft wenig spritzige und schwere Weine. Nur mit rechtzeitigen Maßnahmen und selektiver Handlese zur rechten Zeit konnte dieser Ausnahmejahrgang beim Wein auch zum Ausnahmejahrgang in der Flasche führen. Dies scheint beim Karthäuserhof der Fall gewesen zu sein. Dies bedeutet aber auch, das der selbe Wein in anderen Jahren einen anderen Charakter, eben den des Jahrgangs haben wird!

Bezugsmöglichkeit: Pinard de Picard oder direkt ab Weingut

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